Die Familie Schröder / Schroeder stammt ursprünglich aus Deisel bei Trendelburg im Landkreis Kassel in Hessen. Die ältesten Quellen führen uns auf das Jahr 1676 zurück, denn die Kirchenbücher in Deisel beginnen erst um 1655. Der momentan älteste erwähnte Stammvater ist Henrich Schröder, der bei der Geburt seines Sohnes Johann Henrich Schroeders 1676 erwähnt wurde. Man kann damit davon ausgehen, dass unser Stammvater ungefähr 20 Jahre vorher geboren wurde, also vor 1656.

Der Name Schröder hat zwei Bedeutungen. Der Schneider aus dem niederdeutschen (schröden für schneiden). Außerdem kann der Bier- und Weinschröder gemeint sein, als Verlader von Bier- und Weinfässern und als Ableitung des Schröter-Berufes. Der Schröter wurde schon in der Bibel bei Jeremiah 48.12 erwähnt:
„Darum siehe, spricht der HERR, es kommt die Zeit, daß ich ihnen will Schröter schicken, die sie ausschroten sollen und ihre Fässer ausleeren und ihre Krüge zerschmettern.“

Zu diesen Namensbedeutungen gibt es auch einen direkten Bezug in der Familie Schröder. Der Sohn des Stammvaters Henrich Schröder, Johann Henrich Schroeder (geboren am 30.10.1676 in Deisel) war nämlich tatsächlich Leineweber in Langenthal bei Deisel und heiratete dort in der einzigen örtlichen Kirche, die oben im Bild zu sehen ist, am 09.02.1701 Anna Margaretha Markfeld mit der er mindestens zwei Kinder hatte, von denen uns nur Hennrich Schroeder bekannt ist, der am 26.05.1708 in Langenthal bei Deisel geboren wurde, was wohl bedeutet, dass seine Eltern vor seiner Geburt nach Langenthal gezogen waren.

Diese örtliche Flexibilität sollte sich in den kommenden Jahrhunderten durch die Geschichte der Familie Schröder ziehen. So zog es die Familie Schröder von Deisel über Langenthal, Helmarshausen, Höxter, Negenborn, Kassel, Kahnsdorf und Osterode am Harz u.a. in die Schweiz und nach Dänemark.

Beruflich entwickelten sich die Familie Schröder vom Leineweber über einen hessischen Offizier im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, Landwirt, Ökonom und Gutspächter, Vorwerksbesitzer und Oberamtmann bis zum Kupferwerksbesitzer im 20. Jahrhundert.

Das älteste Bild eines Familienmitgliedes s.0. stammt von ungefähr 1785, als sich Johann Christoph Schroeder nach der Rückkehr aus Amerika das ihm als Offizier zustehende Gemälde anfertigen ließ. Dieses Bild (s.o.) zeigt ihn in seiner Offiziersuniform. Aus dieser Zeit stammt auch das Familienwappen (s.o.) Schroeder, denn Offiziere durften sich damals ein solches zulegen. Gemälde und Wappenring befinden sich bis in die heutige Zeit im Eigentum der Familie.

Helmut Schröder, der UrUrUr-Großenkel des Johann Christoph Schroeders schrieb vor seinem Tod 1982 die folgenden Zeilen über seinen Vorfahren:

Johann Christoph Schröder
gehört zu den Urvätern des 18. Jahrhunderts, von denen hunderte von Menschen abstammen, die mit uns verwandt sind – nur uns hat er auch seinen Namen mitgegeben! Gewiß kein seltener Name, aber: Wer kann sich schon auf ihn zurückführen? War er eine Persönlichkeit? Immerhin hinterließ er ein Haus. Wir wissen sogar, wie er es erwarb. Darüber schreibt sein Ur-ur-Enkel:

„Das Stammhaus der Schröders, von dem noch mehrere Fotos existieren, war ein altes westfälisches Bauernhaus mit Scheunentor an der Giebelseite und großer Tenne gewesen. Als Block und Schröder es kauften, haben sie es gründlich zu einem Stadthaus umgebaut. Es wurde eine neue Fassade mit Treppengiebel aus Wesersandstein vorgebaut. In die Tenne wurde eine Zwischendecke eingezogen, sodaß eine Etage entstandt. In die Ställe links und rechts der Diele wurden Zimmer eingebaut. Links waren Wohnzimmer, in denen, als mein Urgroßvater das Haus erbte, die ärztliche Praxis eingerichtet wurde. Rechts waren Salon und Eßzimmer. Hinten war ein Saal eingebaut, der zur Diele hin mit einer Glaswand aus Butglas abgeschlossen war. Im ersten Stock, der durch das Einziehen der Zwischendecke entstand, waren Schlafzimmer und Gästezimmer. Die Großmutter Mathilde geb. Klingemann saß immer im Salon auf dem Sofa und legte Patiencen. Ich durfte mich da aufhalten und mit einer kleinen Kutsche spielen, die in der Vitrine stand. Großmutter starb 1905, und dann wurde das Haus abgerissen.“

Das war die Cousine ihres eigenen Sohnes, weil sie ihren Onkel heiratete. Auch ihr Schwiegervater hatte seine Nichte geheiratet, eine Tante der Mathilde. Eine echte Cousine seiner Schwiegermutter heiratete den Bruder Heinrich des Dr. Ludwig Schröder; Söhne Johann Christoph´s sind beide. Nur wenige Menschen begreifen diese Generationenverscheibung ohne grafische Hilfe. Da aber auch ihr Grenzen gesetzt sind, werden es wohl nur die Beteiligten ganz überblickt haben, was sie durch immer häufigere Verwandtenehen für ein Familiengespinst spannen.

Die beiden von den Brüdern Heinrich und Ludwig begründeten Familienäste sind – ohne untereinander geheiratet zu haben – noch zusätzlich miteinander verwandt, weil sie sich Frauen aus dem Stamme Becker holten.

Während ein Enkel des Ludwig auf den Grundmauern des Stammhauses neu aufbaute und seine beiden Töchter bis in die siebziger Jahre (1900) dieses Jahrhunderts das neue Haus bewohnten, zogen Heinrich und seine Nachkommen von der Weser weg über Amelungsborn zum Harz.

Ein Familientag (Neuhaus/Solling) führte beide Zweige 1973 wieder zusammen, weckte das Interesse aneinander und an dem gemeinsamen Ursprung.

So fand ich (Helmut Schröder geb. 1930 Berndorf/Wien), Nachkomme des Heinrichs, 1980 ein Haus auf Abbruch im Sanierungsgebiet des Höxter’schen Stadtkerns mit den typischen Kennzeichen des Übergangs: Gardinenlose Fenster, stillos drapiertes Gerümpel, auf die Mauern geschmierte Parolen. Im August wohnt dort eine Kommune; man sah keinen, aber unüberhörbar konsumierten sie modische Lärmkonserven und boten sie zum Konsum an. Das Haus wird ausgeweidet von diesen Bewohnern; sicher ist das besser, als unbewohnt zerschlagen zu werden. Doch das bis vor kurzem intakte Arzthaus hätte eben von der Substanz her Zukunft gehabt.
Seine Seele hatte sich inzwischen in den Garten geflüchtet, dessen rote Sandsteinmauer ein Stück Melancholie zusammenhält.

In der Verwilderung ist noch die alte Gartenanlage zu erkennen. Volltragende Obststräucher und Sauerkirsche, deren Geschmack die edle Reife langer gärtnerischer Pflege verrät. Solide gegen die Weser geschützt – so hat die Mauer zwei Jahrhunderte überdauert. Sie wird er gesehen und begutachtet haben. Auch heute noch ist sie so solide, daß sie, unangetastet, Jahrzehnte wechselnder Witterung überstehen könnte – trotz Efeu und eingewachsener Rubinien, denn an die Erschütterung der unter ihr entlanglaufenden Eisenbahn hat sie sich gewöhnt. Auf der Innenseite der Mauer läuft einer zweite, niedrigere. Sie ist dreimal so breit und daher zum Promenieren geeignet. Von ihr sieht man sowohl über den Bahndamm zur Weser herab, als auch in den Garten hinein auf Johannisbeersträucher, Rasen und Rabatten. Alle anderen Bauten sind sichtbar bröckelnde Vergangenheit: Haus, Remise und Laube.
Aus der Mauer ziehe ich einen dreieckigen flachen Sandstein, ähnlich den Dachplatten der Weserbauten, und stecke ihn in meine Tasche. (Ich erinnere mich an diesen Stein. Er lag jahrelang zuhause auf dem Kupferhammer in Osterode herum. Ich wußte allerdings nicht, daß er zu diesem Haus gehörte (Anmerkung von Christopher Jorns Schröder)).

Vielleicht war es „nur“ die Zuverlässigkeit, mit der Johann Christoph verantwortlich Stein auf Stein schichtete und verwaltete, die ihn Profil annehmen ließ. Etwa 1780 hatte er zusammen mit seinem Obersten Block das alte Haus mit anderen Liegenschaften aus ihrer Abfindung gekauft. Vielleicht hatte sein Schwiegervater als Wirt und Posthalter in Bremen bei der Wahl des Grundstückes zwischen Weserbrücke und Kilianskirche mitgewirkt. Sicherlich ist Frau Meta Schöder geb. Block eine Nichte des Obersten. So wurde es die doppelte Mitgift, die den Leinewebersohn in die Lage verstzte, hier den Grundstein zu legen: Der Sold des Kriegsdienstes um amerikanische Unabhängigkeit und Wohlwollen des Vorgesetzten, dessen Ökonom und Verwalter er wurde.

Johann Christoph gehört zu den 3xUr-Vätern, von denen man gern abstammt, da als ob man ihn sich hätte wählen können. Ober er eine Persönlichkeit war, wie er uns heute erscheint, oder durch die Entwcklung seiner Nachkommenschaft allmählich dazu wurde? Dann hätten wir alle auf ihn zurückgewirkt, damit er in der Vielfalt seiner Eigenschaften auflebe, auch derjenigen, die bei ihm noch nicht dominant waren.

Weitere überlieferte Fakten zur Person:
1. Bild im Glasschrank meiner Eltern (Zeuge Erika Schimpf, die Ähnlichkeit mit Roger feststellte) zZt unauffindbar!
2. Fernsehfilm „Der Winter, der ein Sommer war“ historische Beratung? Regimentslisten?
3. Fotografie (Weserseite) des alten Hauses
4. Foto der Vorderfront vom Kilianikirchplatz im Besitz Marianne Werner geb. Schröder
5. Ölgemälde von Block oder J.C.Schöder im Besitz von Helmut Schröder, Gelting aus der Diele des großväterlichen Hauses in Höxter
6. Vater Henrich war Leineweber in Helmarshausen und wohnte „imHagen“ wurde aber in Langenthal geboren (benachbart)
7. Hess. Heeresarchiv Kassel Regiment Mirbach Grenadiere nahm nur an der letzten Schlacht der Unabhängigkeitskriege tei; aus der Höhe der Abfindung schließt man auf den Rang Johann Christoph Schröders: Regiments-Adjudant im Range eine Premierleutnants (Offiziere legten sich Wappen zu)
8. Vergleich der Sigelringe von Helmut und Wolfgang Schröder
9. Deutsches Geschlechterbuch, wahrscheinlich unter „Büttner“ (http://wiki-de.genealogy.net/DGB)
10. Ölgemälde des alten Schröderhauses im Besitz von Frau Ilse Steude geb. Schröder, Bielefeld

Schröder Johann Christoph:
geb. 17.09.1751 in Helmarshausen (Nähe Carlshafen)
gest. 30.05.1800 in Höxter/Weser, dort Landwirt

Als Feldscher mit hessischen Truppen im Befreiungskrieg in Amerika unter Oberst Block (dem Onkel seiner Frau).
Aus dem alten Hessischen Heeresarchiv in Kassel geht hervor, daß Joh. Christoff Schröder mit Oberst Block bei dem „Regiment Mirbach Grenadiere“ war. Dieses Regiment war erst gegen Ende des amer. Unabhängigkeitskrieges von Bremerhaven aus nach Amerika entsandt. Er nahm nur an der letzten Schlacht deses Krieges teil und kam schon nach einem guten Jahr wieder nach Hessen. Hier wurden beide, Oberst Block als auch Johann Christoff Schröder aus der Armee mit einer recht stattlichen Abfindung entlassen und kauften sich in Höxter an, wo J.Chr. Sch. als Sekretär und Verwalter bei Block verblieb. Sie waren offenbar eng befreundet. Da beide Junggesellen waren, erbat sich Block bei seinem Bruder, der Wirt und Posthalter in Bremen war, dessen Tochter Meta, um beiden den Haushalt zu führen. Johann Christoph Schröder heiratete dann später diese Meta Block. Johann Christoph Schröder war also nicht, wie man früher angenommen hatte, Schreiber beim Regiment, sondern Reg. Adjutant etwa im Range eines Premierleutnants oder Kapitains, worauf auch die Höhe der Abfindung hinweist. Als nur Sekretär oder Schreiber hätte er keinen Anspruch auf Abfindung gehabt. Von daher kommt wohl auch das Wappen der Familie Schröder, da es bei Offizieren damals üblich war, ein Wappen zu führen. Bei den drei Arztgenerationen nach ihm in Höxter, wurde mündlich weitererzählt, er wäre in Amerika Feldscher der Truppe gewesen.
…Fortsetzung folgt.

Nachkommenliste

Familie Schröder aus Deisel / Hessen